Wenn ein Baby weint: Nähe, Ruhe und ein Moment zum Ankommen Gedanken über den Alltag mit einem Baby und einen neuen Platz in meiner Praxis.


Ein Baby weint. Mama oder Papa nehmen es auf den Arm, sprechen leise mit ihm und versuchen herauszufinden, was es gerade braucht.
Solche Situationen gehören zum Leben mit einem Säugling. Sie können innig und vertraut sein, manchmal aber auch anstrengend und verunsichernd. Besonders dann, wenn das Weinen länger anhält und Eltern nicht wissen, was ihrem Kind fehlt.
In meiner Praxis gibt es deshalb jetzt einen neuen Platz: einen Schaukelstuhl.
Ich habe ihn für meine Praxisräume ausgesucht, weil ich mir einen Ort wünsche, an dem Familien sich Zeit nehmen können. Einen Platz zum Sitzen, zum Stillen oder Füttern und für die kleinen Pausen, die der Alltag mit einem Baby manchmal erfordert.
Warum weinen Babys?
Weinen ist eine wichtige Form der Kommunikation im Säuglingsalter. Babys können noch nicht mit Worten ausdrücken, was sie beschäftigt oder was sie benötigen.
Mögliche Gründe für das Weinen sind zum Beispiel:
Hunger oder Durst
Müdigkeit
das Bedürfnis nach Nähe und Körperkontakt
viele neue Eindrücke
eine volle Windel oder eine unangenehme Körperposition
körperliches Unwohlsein oder Schmerzen
Nicht immer lässt sich der Grund sofort erkennen. Manchmal verändert sich das Weinen trotz verschiedener Versuche, das Baby zu beruhigen, zunächst nicht.
Das kann Eltern viel Kraft kosten. Es ist verständlich, wenn dabei Unsicherheit, Erschöpfung oder das Gefühl entstehen, nicht zu wissen, was man noch tun kann.
Wenn ein Baby weint, bedeutet das nicht, dass seine Eltern etwas falsch machen.
Ein Schaukelstuhl für kleine Pausen
Viele Eltern kennen das sanfte Hin und Her, wenn sie ihr Baby auf dem Arm halten. Andere sitzen lieber ruhig mit ihrem Kind oder gehen langsam durch den Raum.
Wie Eltern ihr Baby begleiten, ist individuell. Nicht jedes Kind mag dieselben Bewegungen oder dieselbe Umgebung. Deshalb muss auch nicht immer etwas ausprobiert oder verändert werden.
Manchmal ist es einfach schön, sich hinzusetzen, das Baby sicher im Arm zu halten und einen Moment lang nichts anderes erledigen zu müssen.
Genau dafür habe ich den Schaukelstuhl in meine Praxis geholt.
Er ist kein therapeutisches Hilfsmittel und kein Versprechen, dass ein Baby dadurch aufhört zu weinen. Er ist ein Platz, der den Aufenthalt von Eltern und Kindern in meiner Praxis ein wenig angenehmer gestalten soll.
Wenn das Weinen nicht aufhört
Manche Babys weinen häufig oder über längere Zeit. Das kann für die gesamte Familie belastend sein.
Wenn ein Baby anhaltend, ungewöhnlich stark oder plötzlich anders als sonst weint, sollte die Ursache kinderärztlich abgeklärt werden. Denn Weinen kann unterschiedliche Gründe haben, die sich nicht allein am Verhalten erkennen lassen.
Bei Fieber in den ersten drei Lebensmonaten, Atemproblemen, auffälliger Teilnahmslosigkeit oder einem deutlich beeinträchtigten Allgemeinzustand ist eine zeitnahe beziehungsweise sofortige medizinische Einschätzung wichtig.
Auch Eltern dürfen sich Unterstützung holen, wenn die Belastung zu groß wird. Wer merkt, dass die eigenen Kräfte erschöpft sind, sollte das Baby sicher ablegen und sich kurz Hilfe oder Entlastung organisieren. Ein Baby darf niemals geschüttelt werden.
Zeit für Babys und ihre Familien
In meiner Praxis für Osteopathie für Babys und Kinder in Großkarlbach begegnen mir Familien in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.
Mir ist wichtig, dass Eltern mit ihrem Baby willkommen sind – auch dann, wenn der Besuch nicht ruhig verläuft, eine Stillpause nötig ist oder das Kind weint.
Der neue Schaukelstuhl ist eine kleine Ergänzung meiner Praxisräume und Ausdruck dieses Gedankens: Familien sollen sich mit ihrem Baby Zeit nehmen dürfen.
Denn der Alltag mit einem Säugling besteht nicht nur aus schönen, ruhigen Momenten. Er bringt auch Fragen, Unsicherheiten und Herausforderungen mit sich.
Und manchmal darf es einfach ein Moment sein, in dem man sich hinsetzt, das Baby sicher im Arm hält und in Ruhe ankommen kann.
Katharina Kremmer – Heilpraktikerin
Praxis für Osteopathie für Babys und Kinder in Großkarlbach



