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Hüftwerte beim Baby: Was bedeuten Alpha-Winkel, Beta-Winkel und Graf-Typ?

  • Autorenbild: Katharina Kremmer
    Katharina Kremmer
  • 15. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit
Hüftwerte beim Baby: Alpha-Winkel, Beta-Winkel & Graf-Typ erklärt
Hüftwerte beim Baby: Alpha-Winkel, Beta-Winkel & Graf-Typ erklärt

Wenn Eltern den Befund der Hüftsonografie ihres Babys im U-Heft lesen, finden sich dort manchmal Angaben wie „Alpha 62°“, „Beta 53°“ oder „Graf Typ Ia“. Doch was bedeuten diese Zahlen eigentlich?

Die Hüftsonografie gehört zur wichtigen Früherkennung von Entwicklungsstörungen der kindlichen Hüfte. Mit ihrer Hilfe kann die Entwicklung der Hüftpfanne bereits im Säuglingsalter beurteilt werden.

Dabei begegnen Eltern vor allem drei Begriffen: Alpha-Winkel, Beta-Winkel und Graf-Typ.


Was wird bei der Hüftsonografie untersucht?

Bei der Ultraschalluntersuchung wird beurteilt, wie sich die Hüftpfanne entwickelt hat und wie der Hüftkopf in der Hüftpfanne steht.

Dafür werden unter anderem zwei Winkel bestimmt:

  • der Alpha-Winkel

  • der Beta-Winkel

Zusätzlich wird die Hüfte anhand des sonografischen Befundes einem Hüfttyp nach Graf zugeordnet.

Wichtig ist dabei: Die einzelnen Zahlen werden nicht unabhängig voneinander betrachtet. Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Befunde ergibt ein Gesamtbild.


Was bedeutet der Alpha Winkel?

Der Alpha-Winkel beschreibt vereinfacht die knöcherne Überdachung der Hüftpfanne.

Je nach Entwicklung der Hüftpfanne kann der Winkel unterschiedlich groß sein. Bei einer reif entwickelten Hüfte vom Graf-Typ I liegt der Alpha-Winkel bei 60° oder darüber.

Ein Beispiel aus einem Befund könnte also sein:

Alpha-Winkel: 62°

Allein aus dieser Zahl lässt sich jedoch noch nicht der gesamte Hüftbefund ableiten. Auch die Form der Hüftpfanne, die Stellung des Hüftkopfes und der Graf-Typ werden berücksichtigt.


Und was ist der Beta Winkel?

Der Beta-Winkel beschreibt die knorpelige Überdachung der Hüftpfanne.

Auch dieser Wert wird in Grad angegeben.

Im U-Heft könnte beispielsweise stehen:

Alpha: 62°Beta: 53°

Die beiden Werte gehören zusammen und werden gemeinsam mit dem Ultraschallbild beurteilt.

Der Beta-Winkel sollte deshalb ebenfalls nicht isoliert interpretiert werden.


Was bedeutet „Graf Typ Ia“?

Neben den Winkeln findet sich im Befund häufig eine Angabe wie „Typ Ia“ oder „Typ IIa“.

Dabei handelt es sich um die Einteilung der Hüfte nach Graf. Sie berücksichtigt verschiedene Merkmale des sonografischen Bildes.

Vereinfacht können Eltern beispielsweise auf folgende Bezeichnungen stoßen:

Graf Typ Ia und Ib

Diese Typen entsprechen einer reif entwickelten Hüfte.

Graf Typ IIa

Hierbei handelt es sich um eine unreife Hüfte. Bei der Beurteilung spielt das Alter des Babys eine wichtige Rolle, da sich die Hüfte in den ersten Lebenswochen noch entwickelt.

Graf Typ IIc, III und IV

Diese Befunde sind auffälliger und erfordern eine ärztliche Beurteilung und gegebenenfalls weitere Behandlung beziehungsweise Verlaufskontrolle.

Die Einteilung ist allerdings komplexer als diese vereinfachte Übersicht. Deshalb sollte ein Graf-Typ immer im Zusammenhang mit dem Alter des Kindes und dem vollständigen sonografischen Befund betrachtet werden.


Warum reicht eine einzelne Zahl nicht aus?

Vielleicht findet sich im U-Heft beispielsweise:

rechts: Alpha 62°links: Alpha 64°

Das klingt zunächst sehr eindeutig. Für die Beurteilung der Hüfte ist aber mehr notwendig.

Berücksichtigt werden unter anderem:

  • Alpha-Winkel

  • Beta-Winkel

  • Form und Entwicklung der Hüftpfanne

  • Stellung des Hüftkopfes

  • Graf-Typ

  • Alter des Babys

  • klinischer Untersuchungsbefund

  • das gesamte Ultraschallbild

Deshalb gilt:

Ein einzelner Winkel ist keine Diagnose.

Auch ein Vergleich mit Tabellen aus dem Internet kann problematisch sein, wenn wichtige Informationen zum Alter oder zum restlichen Befund fehlen.


Was sollten Eltern aus den Hüftwerten mitnehmen?

Angaben wie

60° · 55° · Typ Ia

können auf den ersten Blick kompliziert wirken. Tatsächlich sind sie Teil einer standardisierten Beurteilung der kindlichen Hüfte.

Am wichtigsten ist:

Alpha + Beta + Graf-Typ + Alter + Gesamtbefund

Erst gemeinsam ergeben diese Informationen ein sinnvolles Bild.

Wenn Sie einen Befund im U-Heft nicht verstehen oder unsicher sind, sprechen Sie ihn am besten bei der nächsten Untersuchung mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt durch.

Denn: Eine einzelne Zahl erzählt noch nicht die ganze Geschichte. 🤍


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung oder Befundbesprechung.

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